RM Rudolf Müller
Ausbildungszentrum Bauakademie Feuchtwangen

Abb. 1: Die Bauakademie Feuchtwangen gehört mit zu den führenden Ausbildungsstätten der Isolierer (Bild: Bauakademie Feuchtwangen)

Betrieb + Ausbildung
13. Mai 2020 | Artikel teilen Artikel teilen

Ausbildungszentren: Bayerische BauAkademie in Feuchtwangen

Der erste Meisterkurs zum Wärme-, Kälte-, Schallschutzisolierer im Handwerk wurde an der Bayerischen BauAkademie im Jahr 1974 durchgeführt. In den 47 Jahren seit damals hat sich das Berufsbild stark verändert. Es sind viele neue Materialien hinzugekommen, die für unterschiedliche Bereiche einsetzbar sind und mit ihren jeweiligen Eigenschaften viele anspruchsvolle Anforderungen erfüllen.

Von Gabriele Gottwald. Der Meister kennt die Faktoren, die bei der Isolierung zu beachten sind, und welche Ursachen fehlerhafte Konstruktionen haben. Er versteht das Zusammenspiel von Temperatur, Luft und Werkstoffen.

Das Thema Baustoffkunde für den Wärmeschutz, Kälte- und Feuchtigkeitsschutz im Anlagenbau und der bauliche Wärme- und Feuchteschutz entwickelt sich zunehmend weiter, sowohl in der Verarbeitung, als auch in den erforderlichen Berechnungen für verlangte Nachweise.

Andererseits haben sich die Arbeitsmethoden und die Befestigungstechniken verändert: mittlerweile wird geschweißt, geklebt, gestiftet und geklammert.

Ausbildungszentrum Bauakademie Feuchtwangen

Abb. 2: Digitalisierung ist heute Teil der Ausbildung (Bild: Bauakademie Feuchtwangen)

Die Arbeitsmethoden haben sich verändert

Heute begleiten die Isolierer mit ihrem Fachwissen rund um Dämmung diejenigen Unternehmen, die durch innovative Baumaßnahmen auf Zukunft und Nachhaltigkeit setzen.

Durch die Wichtigkeit und die öffentliche Diskussion um Energieeinsparung ist die Nachfrage nach qualifizierten Isolierern sehr groß. In der Zusammenarbeit zwischen den Vorstellungen des Kunden, der theoretischen Umsetzung des Fachplaners und der handwerklichen Umsetzung ist der Meister maßgeblich beteiligt. Vom Aufmaß bis zur Montage. Jedes neue Projekt ist spannend, denn jeder Endkunde benötigt für seine Situation eine maßgeschneiderte Lösung.

Die Digitalisierung vereinfacht die Arbeit

Und was bringt die Digitalisierung dem Isolierermeister? Sich wiederholende Arbeitsteile werden maschinell vorgefertigt, Arbeitsbereiche automatisiert und das aufwendige Aufreißen und Abwickeln der Formteile entfällt. Dadurch werden schwere Tätigkeiten vereinfacht und dies bedeutet eine große Zeitersparnis.

Einmal im Jahr findet zu diesem Thema an der Bayerischen BauAkademie ein einwöchiges Intensivtraining für Isolierer statt. Anhand vieler praktischer Übungen aus der Praxis gibt der Dozent Klaus Orzech sein Wissen aus langen Jahren Berufserfahrung in 13 Ländern weiter. Dieses Training ist auch ein zusätzlicher guter Einstieg zur Vorbereitung auf die Fachpraxis im Meisterkurs.

Ausbildung auf hohem Niveau

In Feuchtwangen (Mittelfranken) bildet und lehrt das bayerische Baugewerbe in der Bayerischen BauAkademie. Sie ist die Fort- und Weiterbildungseinrichtung des Landesverbandes Bayerischer Bauinnungen. In den Bereichen Bautechnik, Baumaschinentechnik und EDV | Recht | Management | Betriebsführung | Digitalisierung werden im Jahr über 270 Kurse angeboten.

Jährlich kommen über 3.500 Kursteilnehmer, die sich unter anderem zum Vorarbeitern, Werkpolierern, Turmdrehkranführern oder geprüften Baggerfahrern ausbilden lassen. Außerdem werden Seminare angeboten, die geforderte Spezialisierungen vermitteln wie beispielsweise die zum Sachverständigen. Für den bautechnischen Unterricht stehen sieben Unterrichtsräume, ausgestattet mit modernster Medientechnik, einem vernetzten EDV-Labor, Besprechungs- und Gruppenräume, Ausstellungsräume für Praxisbeispiele zur Verfügung.

Kurse für Wärme-, Kälte-, Schallschutz-Isolierer

Ausbildungszentrum Bauakademie Feuchtwangen

Abb. 3: An Übungsgestellen wird die Ausbildung trainiert (Bild: Bauakademie Feuchtwangen)

Die Bauakademie bildet sowohl den WKS-Isolierer aus und diesen auch weiter. So z.B. in einem einwöchigen Kurs zum Thema „Blecharbeiten und Dämmung für Isolierer“. Aber auch Weiterbildungskurse zum Meister gehören dazu. Der Lehrgang zum Wärme-, Kälte-, Schallschutz-Meister vermittelt umfangreiche und vertiefende Kenntnisse für die Vorbereitung auf die Meisterprüfung im WKS-Handwerk. Die Fachthemen in ­Theorie und Praxis sollen den Weg in die Selbst­ständigkeit vereinfachen.

Der Schwerpunkt des Kurses liegt in der Fachtheorie. Gelehrt wird Baustoffkunde Wärme-/Kälte- und Feuchteschutz, der Kurs vermittelt die WKS-Grundlagen, lehrt Inhalte im Wärme- und Feuchteschutz im Anlagenbau. Er betrachtet den baulichen Wärme- und Feuchteschutz und intensiviert die Fachkunde im Kälteschutz. Gegenstand der Ausbildung ist ebenfalls der technische Schallschutz. Anhand von Rechenbeispielen im Wärme- und Feuchteschutz werden Beispiele durchgespielt. Aber auch Themen wie Thermografie, Arbeitsschutz, Brandschutz und Befestigungstechnik sind Ausbildungsgegenstand. Betriebswirtschaftliche ­Elemente wie Kalkulationsvornahme, VOB-Vertragsrecht, Aufmaß- und Abrechnung runden den umfangreichen Meisterlehrgang in sieben Modulen ab.


Autor

Dipl.-Ing. Gabriela Gottwald: Geschäftsführung Bayerische BauAkademie Feuchtwangen
gottwald@baybauakad.de

Weitere Informationen:

Bayerische BauAkademie
Ansbacher Str. 20
91555 Feuchtwangen
www.baybauakad.de


Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Serie zu Ausbildungsstätten der WKSB- und Industrie-Isolierer.

Jedes Jahr werden von Unternehmen aus Industrie und Handwerk weltweit zahlreiche Isolierer ausgebildet. Allein in Deutschland existieren 14 Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für die WKSB- und Industrie-Isolierer. Die Einrichtungen arbeiten bei Ausbildung in der Regel Hand in Hand mit den Ausbildungsunternehmen und denBerufsschulen und bilden somit ein duales Ausbildungssystem, das sich bewährt hat.
Die Vermittlung der Handfertigkeiten des komplexen Gewerkes reicht von der klassischen Gesellenschulung bis hin zu den Meisterabschlüssen der Industrie-Isolierer.

Bisherige Beiträge:

Ausbildungszentrum der Bauindustrie in Hamm/Westfalen
Bayerische BauAkademie in Feuchtwangen

 Der Beitrag ist auch in Ausgabe 1.2020 der Fachzeitschrift TI – Technische Isolierung (Februar 2020) erschienen.

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