RM Rudolf Müller

Beim Thema Social Media stellt sich immer die Frage: Was sind die wichtigsten Bausteine für eine erfolgreiche Strategie? (Quelle: Gerd Altmann auf Pixabay)

Betrieb + Ausbildung
13. Juli 2021 | Artikel teilen Artikel teilen

Azubimarketing 2.0: Step by Step zur Social-Media-Strategie

Wer Nachwuchs gewinnen will, kommt um Soziale Medien kaum noch herum. Nirgendwo verbringen ­Jugendliche mehr Bildschirmzeit als bei TikTok, Instagram oder Facebook. Statt einfach nur drauf los zu posten, sollten Unternehmen allerdings eine Strategie erarbeiten. Das RKW Kompetenzzentrum, das KMU bei der Digitalisierung unterstützt, hat daher die Checkliste „Social Media – erste Schritte zur Strategie“ erstellt. Sie zeigt, was man beim Start in die Welt der Sozialen Medien berück­sichtigen sollte.

Schritt 1: Team zusammenstellen bzw. Verantwortlichen finden
Wer kümmert sich um die Social-Media-Aktivitäten? Diese Frage sollte man sich stellen, sobald die Entscheidung gefallen ist, in Sozialen Medien unterwegs zu sein. Das Motto kann hier übrigens auch lauten: von der Zielgruppe für die Zielgruppe. Das heißt, dass man die Aufgabe in die Hände der derzeitigen Azubis oder Mitarbeitenden legt.

Jugendliche sind besonders Social-Media-affin. Bei der Azubisuche kommt man also kaum um Soziale Netzwerke herum. Wichtig ist, im Vorfeld eine passende Stategie zu erarbeiten. (Quelle: Erik Lucatero auf Pixabay)

Schritt 2: Ziel(e) setzen
Wer Azubimarketing bei Social Media betreibt, sollte sich über die Ziele im Klaren sein, die mit den Aktivitäten verfolgt werden – und diese genau definieren.
Dazu kann gehören, dass man kurzfristig einen freien Ausbildungsplatz besetzen möchte oder seinen Betrieb sowie den Beruf bei Jugendlichen bekannter machen will. Wichtig ist, dass die Ziele messbar sind. Nur so lässt sich nach einem gewissen Zeitraum prüfen, ob diese auch wirklich erreicht wurden. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt einem das die Möglichkeiten, Inhalte anzupassen. Messgrößen sind etwa die Anzahl der Likes, der Kommentare, der @Erwähnungen, der geteilten Beiträge, der Klicks auf die Website oder der tatsächlichen Bewerbungen, die eingegangen sind.

Schritt 3: Zielgruppe(n) definieren
Sucht man nach potenziellen Azubis, ist die Zielgruppe klar. Doch es gibt natürlich auch andere Personengruppen, die sich erreichen lassen. Denn ausgebildete Fachkräfte, Kunden und andere Berufsgruppen sind ebenfalls in Sozialen Netzwerken aktiv. Je nach Zielgruppe können sich jedoch die Inhalte oder auch die Kanäle unterscheiden.

Schritt 4: Social-Media-Kanal finden
In den letzten Jahren sind immer mehr Soziale Netzwerke entstanden. Daher muss man entscheiden, welche Kanäle man nutzen will. Hier gilt: Weniger ist mehr. Es macht Sinn, sich auf einen oder zwei Kanäle zu konzentrieren, diese dafür aber umso intensiver und engagierter zu betreiben. Ausschlaggebend für die Auswahl ist, ob man die Zielgruppe über den jeweiligen Kanal überhaupt erreichen kann. Hier helfen z.B. Statistiken der Sozialen Netzwerke bzgl. ihrer Nutzerinnen und Nutzer.

Schritt 5: Inhalt(e) erstellen
Kurzvideos, Bilder, Texte, Stories: Bei Social Media lassen sich Botschaften in verschiedener Art und Weise vermitteln. Im besten Fall schöpft man alle (technischen) Möglichkeiten des jeweiligen Kanals aus, insbesondere die interaktiven. Ein Beispiel: Kurzvideos sind im Trend. Vor allem Jüngere können sich damit identifizieren, sie leicht konsumieren und mit Freunden teilen. Was aufwendig klingt, kann man auch mit einfachen Mitteln umsetzen. Kurzvideos lassen sich z.B. mit dem Smartphone relativ schnell und unkompliziert aufnehmen, ohne dass man besondere Videoschnitt-Kenntnisse besitzen muss.

 

 Der Karriereseiten-Check
Finden mögliche Interessenten meine Online-Stellenangebote? Entspricht die Karriereseite auf meiner Homepage den heutigen technischen Anforderungen? Und habe ich an alle notwendigen Inhalte gedacht? Wer sich diese Fragen stellt, dem hilft der Karriereseiten-Check des RKW Kompetenzzentrums. Das Tool bietet die Möglichkeit, eine Candidate Journey aus Sicht eines Interessenten zu unternehmen: vom ersten Kontakt über Stellenangebot und gewecktes Interesse bis zur Bewerbung. Mehr unter: www.karriereseiten-check.de

 

Schritt 6: Hashtags finden
Mittels Hashtags – die zum jeweiligen Thema passen – können der eigene Account bzw. einzelne Posts besser gefunden werden. Dabei sollte man auch klären, welche Hashtags Wettbewerber oder die Branche verwendet und diese unter Umständen ebenfalls einsetzen. Zudem besteht die Möglichkeit, individuelle Hashtags zu kreieren, z.B. mit seinem Unternehmensnamen. Dadurch werden Interessenten alle Inhalte zu einem Thema mit einem Klick auf den Hashtag angezeigt.

Schritt 7: Inspirieren lassen
Wer nicht sicher ist, was er posten soll, kann sich im Social-Media-Kosmos inspirieren lassen. Dafür kann man seinen Wettbewerbern, Influencern, Verbänden oder wichtigen Personen aus der Branche folgen und sehen: Wie machen es eigentlich die anderen? Und welche Art von Beiträgen oder Videos ­werden besonders oft kommentiert und ­geliked – oder besonders selten? Das kann helfen, eigene Inhalte zu erarbeiten.

Schritt 8: Organisation
Sind die Rahmenbedingungen geklärt, kann gepostet werden. Damit es nicht zum Durcheinander kommt, sollte man Aktivitäten organisieren. Dazu gehört, folgende Fragen zu beantworten:

  • Wer hat bei Social Media den Hut auf?
  • Wann ist man über Social Media erreichbar? Wer antwortet und kommentiert?
  • Bespricht man regelmäßig im Team, wer was wann und wie macht?
  • Wer hat einen Zugang zu Social Media? Wer verwaltet das Passwort?
  • Wer schult neue Mitarbeitende?
  • Wo werden Ideen für Inhalte festgehalten? Ist ein Redaktionsplan sinnvoll?
  • Macht es Sinn, ein Social Media Management Tool für die Planung zu nutzen?

Schritt 9: Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen beachten
Bevor etwas gepostet wird, muss klar sein, ob man die Nutzungsrechte an Bildern oder Videos besitzt. Falls nicht, müssen diese eingeholt wurden. Eine schriftliche Einverständniserklärung vermeidet unnötigen Ärger.

Wer alle Schritte durchlaufen hat, ist bereits gut für das Azubi-Marketing in Sozialen Medien gewappnet. Weiterführende Infos zum Thema finden sich auf der Webseite des RKW Kompetenzzentrums

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