Lohnerhöhungen, Ost-West-Angleichung und Wegestreckenentschädigung: Das wurde im Rahmen der Tarifverhandlung der Bauwirtschaft vereinbart. (Quelle: Michael Gaida auf Pixabay)
Lohnerhöhungen, Ost-West-Angleichung und Wegestreckenentschädigung: Das wurde im Rahmen der Tarifverhandlung der Bauwirtschaft vereinbart. (Quelle: Michael Gaida auf Pixabay)

Branchen-News

15. October 2021 | Teilen auf:

Bauwirtschaft hat Tarifverhandlung beendet

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind abgeschlossen. Unter der Moderation eines Schlichters verständigten sich HDB und ZDB mit der Gewerkschaft IG BAU auf ein Tarifpaket mit einer Laufzeit von 33 Monaten.

Nachdem die Lohn- und Gehaltstarifverhandlungen für die rund 900.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe zunächst gescheitert waren (TI Technische Isolierung berichtete), sind die Tarifvertragsparteien, bestehend aus der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf der einen sowie dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) auf der anderen Seite, unter Moderation des Schlichters Prof. Rainer Schlegel zu einer Einigung gekommen.

Das ausgehandelte Tarifpaket sieht für die Beschäftigten im Westen Lohnerhöhungen in drei Schritten vor, und zwar 2 % zum 1. November 2021, 2,2 % zum 1. April 2022 und noch einmal 2 % zum 1. April 2023. Für die Monate Juli bis Oktober 2021 wird eine Corona-Zahlung in Höhe von 500 Euro gewährt. Die Beschäftigten im Osten erhalten ab dem 1. November 2021 3,0 % mehr Lohn sowie eine Corona-Zahlung in Höhe von 220 Euro; ab dem 1. April 2022 erhöhen sich die Löhne um 2,8 % und ab dem 1. April 2023 um 2,7 %. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten im Westen Einmalzahlungen in Höhe von 400 Euro zum 1. April 2022 und 450 Euro zum 1. April 2023.

Darüber hinaus wurde eine stufenweise Erhöhung der Ausbildungsvergütungen vereinbart. Auch für die von der IG BAU geforderte Wegestreckenentschädigung wurden pauschale nach Kilometern gestaffelte Beträge vorgesehen. Wegen dieses Themas waren die Verhandlungen zunächst gescheitert.

Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des ZDB: „Wir hatten langwierige und schwierige Verhandlungen mit einer komplizierten und zum Teil auch neuen Materie. Wir haben uns bewusst für einen Tarifvorschlag in freien Verhandlungen entschieden, damit die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung bei den Mitgliedsverbänden liegt.“ Jutta Beeke, Vizepräsidentin des HDB, ergänzte: „Es ist uns gelungen ein umfangreiches Paket zu verhandeln und zu einem Ergebnis zu bringen, welches mit einer langen Laufzeit für Planungssicherheit in den Unternehmen sorgen kann.“

Die Tarifvertragsparteien haben nun 14 Tage Zeit dem Tarifvorschlag zuzustimmen.

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
www.bauindustrie.de

Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)
www.zdb.de

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt
igbau.de

zuletzt editiert am 29.11.2021