RM Rudolf Müller

Abb. 1: Große Projekte zeigen die Grenzen und Schwächen von Tablet-Lösungen auf. Hier wird Rechenpower benötigt, im Idealfall mit leistungsstarken Microsoft Surface Modellen (Foto: MABI)

Ausführung
19. Juni 2020 | Artikel teilen Artikel teilen

Digitalisierung von Aufmaßen garantiert Wirtschaftlichkeit

Für eine rationelle Fertigung der technischen Isolierung sollten die Daten möglichst fehlerfrei und mit minimalem Verwaltungsaufwand erfasst und anschließend der Produktion digital übermittelt werden. Soviel zur Theorie. Doch die Praxis sieht vielerorts noch anders aus.

Von Markus Biland. Viele Unternehmen arbeiten heute noch nach alter Tradition. Das heißt, die Daten werden vom Aufmesser auf der Baustelle von Hand auf Papier gebracht. Auch wenn der Aufmesser einwandfreie Arbeit leistet, besteht die Möglichkeit, dass bei der Weiterverarbeitung die Daten auf dem Weg in die Produktion fehlerhaft ankommen.
Weshalb? Weil diese Daten nochmals manuell von einem anderen Mitarbeiter in der Werkstatt erfasst werden. Genau diese Schnittstelle birgt Risiken und kann dazu führen, dass bei der späteren Montage die Fehler sichtbar werden und dann kostenaufwändig nachgebessert werden muss. Unnötige Schuldzuweisungen bis hin zur gerichtlichen Auseinandersetzung sind oft die Folgen.

Reibungslose Schnittstellen sind wichtig

Eine durchgehende Lösung schafft hier Transparenz und bringt eine wesentlich einfachere Arbeitsweise mit sich. Die mobile Datenerfassung auf den Baustellen ist schliesslich nur der eine Teil, denn die Übermittlung der Daten direkt in die Werkstatt setzt eine entsprechende Einrichtung voraus. Aus diesen Gründen sind heute moderne Aufmaßsysteme erhältlich, die auf die mobile Datenerfassung und die spätere Produktion abgestimmt sind.

Mittels modernster Technologie können die Daten direkt auf den neuesten Blechbearbeitungsmaschinen eingelesen werden und die Produktion kann sofort starten. Nach wie vor besteht die Möglichkeit, die Daten vorab am Rechner im Büro zu überprüfen.

Bereits 1997 erwies sich für MABI die Strategie, die Dateneingabe direkt auf der Baustelle vorzunehmen, als richtig. Damals wurden die eingegebenen Informationen vom Notebook über ein Modem an die Maschine gesendet (s. Abb. 4).

Heute ist die Datenübermittlung stark vereinfacht und bietet große Freiheit, da die Daten von der Baustelle direkt in die Fertigung oder ins Büro übermittelt werden können. Zahlreiche innovative Betriebe nutzen die heutige Technik, um kostengünstiger fertigen zu können.

Wichtig sind nahtlose Schnittstellen

Oft sind bei den mobilen Lösungen des ­digitalen Aufmaßes nur Teillösungen ­möglich, d. h. es steht lediglich eine kleine Auswahl an Programmen zur Verfügung.

Die Lösungsmöglichkeiten beispielsweise von MABI bietet dafür zwei Versionen an, die miteinander kompatibel sind. Zum einen die noch 2020 erhältliche „Light“ Version (Smartphone/Tablet) und die bereits seit Jahren bewährte „Pro“ Version, bei der die Datenerfassung über das Microsoft Surface erfolgt. Die Microsoft Surface Lösung, die unter Windows eine nahtlose Schnittstelle zu den Maschinen garantiert, bietet somit das volle Spektrum an Programmen.

Abb. 2: Ideal für ein digitales Aufmaßsystem ist eine Surface-Lösung von Microsoft. Sie bietet das volle Spektrum an Programmen wie beispielsweise MABI Evo Net mobile (Bild: MABI)

Der Fokus liegt in der einfachen Handhabung

Bei allen Hilfen in der digitalen Welt ist das vereinfachte Handling von großer ­Bedeutung. So wurde beispielsweise bei der „Light“ ­Version des MABI-Programms berücksichtigt, dass die Eingabe möglichst einfach gehalten wird. Diese Lösung bietet sich besonders bei kleineren Objekten oder Baustellen an – nicht zuletzt auch, weil die Anschaffungskosten für die Eingabegeräte geringer sind.

Die Standardisierung macht das Aufmaß so einfach und effizient, dass die Daten bereits im Angebotsstadium bereitgestellt werden können.

Wenn der Auftrag eingeht, muss praktisch nur noch der „Start“-Knopf gedrückt werden. Anschließend wird der Auftrag berechnet und als Produktionsauftrag angelegt. Das erleichtert die Planung spürbar. Ein Überblick über alle verfügbaren Produktionskapazitäten, steht jederzeit auf Abruf bereit. Das Interface bzw. die Schnittstelle kann an den jeweiligen Kunden angepasst werden und gliedert sich so in bestehende Arbeitsumgebungen ein.

Abb. 3: Industrie 4.0: digitale Durchgängigkeit in der Isoliertechnik (Bild: MABI)

Wettbewerbsvorteil dank Innovation

Die Automation gewinnt in der Isoliertechnik immer mehr an Bedeutung und wird auch in Zukunft den innovativsten Firmen einen Wettbewerbsvorteil sichern. Grundlage hierfür ist eine effektive Planung der Produktionskapazitäten mit dem Ziel, ihre Maschinen maximal auszulasten und den Kunden schnellstmöglich zu beliefern.

Abhängig vom Maschinentyp werden die geschnittenen Teile auch gleich vollautomatisch beschriftet. Dies hat mehrere Vorteile, denn es können Sickenzugaben oder auch Projekt-/Auftragsdaten oder der Unternehmensname vermerkt werden.

Das erleichtert so die Weiterverarbeitung und garantiert einen reibungslosen Workflow.

Die automatische Blechbreiteneinstellung ermöglicht den auto­matischen Blechwechsel und die Optimierung (Nesting) sorgt für eine Reduzierung des Verschnitts, ­beides wird im selben Arbeitsgang erledigt. Das automatische Runden und Sicken bei ­Passstücken, Stutzen und Bogensegmenten inklusive Quersicke und Löcher oder die integrierte Rohrstraße (auch für ­konische Meter) bietet somit in der Kombination mit ­digitalen Aufmaßsystemen enorme ­Vorteile. Am Ende wird damit eine hohe Wirtschaftlichkeit bei der Produktionsdurchführung garantiert.

Abb. 4: Als die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckte: Gebrauchsanweisung von 1997 (Bild: MABI)


Autor

Markus Biland: Geschäftsführer MABI AG/Schweiz
info@mabi.ch

Der Beitrag ist auch in Ausgabe 2.2020 der Fachzeitschrift TI – Technische Isolierung (Mai 2020) erschienen.

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