RM Rudolf Müller
Leitungsdämmung im Hochbau: Centrum für Integrierte Onkologie in Köln

20.000 m Rohrleitungen wurden in dem CIO-Neubau gedämmt. (Bild: ROCKWOOL)

Ausführung
30. Oktober 2019 | Artikel teilen Artikel teilen

Leitungsdämmung im Hochbau: Centrum für Integrierte Onkologie in Köln

Handwerk verändert sich nicht –   dafür die Materialien: Die Leitungen des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) auf dem Gelände der Uniklinik Köln zu dämmen war für Isoliermeister Wolfram Opitz eine schöne Aufgabe. 20.000 m Rohrleitungen galt es zu bearbeiten, davon 2.800 m Kälteleitungen.

Wolfram Opitz ist in der Welt der Technischen Isolierung ein alter Hase. Seit 1972 sorgt er für die Dämmung am Hochbau, Anlagenbau, Gewerbebau und am nicht privaten Wohnungsbau, was so viel heißt wie Schulen oder auch Universitäten mit der fachgerechten Dämmung zu versorgen. Seit 1972 aber habe sich auch einiges verändert, sagt er und führt weiter aus, dass „aber das Handwerk geblieben ist. Die Technik der Dämmung ist gleich, nur die Materialien verändern sich ständig. Da muss man immer auf dem neuesten Stand sein“.


Leitungsdämmung im Hochbau: Bautafel zum Neubau CIO Köln

(Bild: ROCKWOOL)

Neubau des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) im Uniklinikum Köln

Der Neubau des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) im Uniklinikum Köln mit seinen rund 36.000 m2 Bruttogeschossfläche wurde als rechteckiger, siebengeschossiger Baukörper in Stahlbetonbauweise mit einer Ausdehnung von ca. 60 m × 80 m errichtet. Die beiden Untergeschosse enthalten eine zweigeschossige Tiefgarage, in der die Gebäudetechnik sowie Lager- und Nebenräume untergebracht sind.

Bautafel:

  • Bauherr: Uniklinik Köln unter finanzieller Beteiligung des Landes NRW
    Generalplanung: medfacilities GmbH, Köln
  • Architekt: kadawittfeldarchitektur, Aachen
  • Verarbeiter: Röckinghausen GmbH, Raesfeld-Erle
  • Technische Beratung: Deutsche ROCKWOOL GmbH & Co. KG, Gladbeck

Fachkräfte sind gefragt

So auch bei einem Dämmprojekt, für dessen Ausschreibung seine Firma, bei der er angestellt ist, den Zuschlag erhielt. Es galt, 20.000 m Rohrleitungen zu bearbeiten, davon allein 2.800 m Kälteleitungen. Im Untergeschoss des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) auf dem Gelände des Uniklinikums Köln startete er gemeinsam mit vier Isolierhandwerkern. „Aber ich habe schon auf anderen Baustellen eine Mannschaft von bis zu 30 Isolierern gehabt“, erläutert er weiter.

Hohe Diffusionsdichte

In der Tiefgarage der beiden Untergeschosse fingen die Handwerker an, die Versorgungsleitungen zu dämmen. Sechs Etagen galt es zu verarbeiten, deren Rohre über die Schächte in die oberen Bereiche liefen. Von dort wurden zum Beispiel die Rohre der Serverräume oder auch die Flure mit der Kältedämmung versorgt.

Leitungsdämmung im Hochbau: Projektleiter Wolfram Opitz

Projektleiter Wolfram Opitz ist ein überzeugter Verarbeiter der nichtbrennbaren Dämmung für Kälteleitungen an haustechnischen Anlagen. (Bild: ROCKWOOL)

Entschieden hatte sich Wolfram Opitz für einen gänzlich neuen Dämmstoff namens Teclit von ROCKWOOL. Ausgearbeitet für Trinkwasser- und Kühlwasserleitungen, ist er allerdings auch für Kaltluftleitungen geeignet. Das nichtbrennbare Steinwolledämmystem vereint alle Eigenschaften des Herstellers in sich. „Bemerkenswert ist die hohe Diffusionsdichte dieses Materials“, beschreibt Wolfram Opitz das Dämmsystem. Die Ummantelung wird anschließend mit Verschlussbändern verklebt. „Besonders ist auch die Qualität des Klebers, denn dieser ist besonders strapazierfähig“, beschreibt er seine Arbeit mit dem Teclit-System. „Es ist abgestimmt auf die Brandabschottungen und wird im Grunde genauso verarbeitet wie die Rohrschalen für den Wärmeschutz“, fügt er hinzu.

Sorgfältige Arbeit ist wichtig

Gemeinhin ist die Dämmung von Metall und Mineralwolle, die sehr gute Dämmeigenschaften besitzt, nicht immer unproblematisch. Bei diesem Projekt jedoch war es anders. „Man muss mit diesem Produkt sehr sorgfältig und sauber arbeiten“, erklärt der Isoliermeister, „dabei muss das Messer sehr scharf sein. Das bedeutet zwar auch, dass die Dämmung mehr Zeit in Anspruch nimmt, bietet gleichzeitig aber auch – im Vergleich zu anderen Systemen – Einsparmöglichkeiten, weil die Dämmschichtdicke verringert wird. Gut ist vor allem die Raumdichte, die durch das besonders feste Material erhöht wird“.

Insgesamt konnten die vier Isolierer innerhalb von vier Monaten die Dämmarbeiten vornehmen. Somit entstand innerhalb kurzer Zeit eine robuste und hochwertige Dämmung von Kälteleitungen und teilweise Warmleitungen. Die Monteure der Röckinghausen GmbH präferieren das Dämmsystem vor allem aufgrund seiner Verarbeitungsfreundlichkeit. „Das Anarbeiten der Dämmung an Armaturen oder die Dämmung von Bögen ist mit den weichen, dabei aber schnittstabilen Rohrschalen sehr leicht und schnell zu erledigen“, so ihr Feedback laut Opitz.

„Die Mitarbeiter konnten mit der im Grunde immer gleichen Arbeitsweise die klassische Wärmedämmung der warmgehenden Leitungen, die Kältedämmung und die Brandabschottung im Bereich der Durchdringungen ausführen. Das spart Zeit und Nerven.“ Der Anschluss der Kältedämmung an die Rohrschale war entsprechend leicht auszuführen.

Leitungsdämmung im Hochbau: Rohrleitungsbau, Isolierung und Brandabschottung

Rohrleitungsbau, Isolierung und Brandabschottung der Heizungs-, Kälte- und Sanitärsysteme im neuen Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln schaffte die Röckinghausen GmbH am Ende mit einem 30-köpfigen Team. (Bild: ROCKWOOL)

Dauerhaft gut geschützt

In den zwei Tiefgaragenebenen des Kölner CIO wurden die unter den Decken montierten Kaltleitungen und auch die stoßgefährdeten Bereiche zusätzlich mit Blech ummantelt. „Das war ein Wunsch des Bauherrn, dem wir gerne gefolgt sind. Denn überall dort, wo Leitungen durch öffentlich zugängliche Räume wie eben in diesem Fall durch eine Garage geführt werden, kann eine Beschädigung der Isolierung durch unachtsame Dritte auf Dauer nicht völlig ausgeschlossen werden. Und leider gibt es bisher kein Dämmsystem im Markt, das quasi ‚unkaputtbar’ wäre“, erklärt Opitz. „Gerade bei der Isolierung von Kälteleitungen müssen Beschädigungen aber unter allen Umständen vermieden werden, damit keine Feuchtigkeit eindringen und Korrosion an den Leitungen verursachen kann.“ Beschädigungen vor der Ausführung der Blechummantelung zu erkennen sei deshalb eine wichtige Aufgabe der Bauleiter.

In die Revisionsunterlagen wurde anschließend eingetragen, dass eine Prüfung der Dichtigkeit und Unversehrtheit der Dämmung alle ein bis zwei Jahre erforderlich ist.

Nachfrage wächst

Seit Februar 2017 ist die Röckinghausen GmbH ein für die Verarbeitung des „Teclit“ Systems zertifizierter Fachbetrieb. „Seither haben wir bereits einige Anfragen für sehr attraktive Aufträge erhalten, die nachweislich über unsere Verarbeiterliste gekommen sind“, freut sich Opitz. „Da die öffentliche Hand im Moment sehr viel Geld in neue Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser und andere Gebäude mit erhöhten Anforderungen an den Brandschutz steckt, gibt es für Isolierer im Bereich nichtbrennbarer Dämmungen viel zu tun.“


Kältedämmung mit einem neuen System

Das „Teclit“-System von ROCKWOOL für die Dämmung von Kälteleitungen an haustechnischen Anlagen ist sowohl für den Einsatz auf Trinkwasser- und Kühlwasserleitungen als auch für Wechseltemperaturanlagen aus Stahl, Edelstahl, Kupfer und Kunststoff geeignet. Damit steht auch für dieses Anwendungsfeld ein nichtbrennbares System aus formstabiler und druckfester Steinwolle zur Verfügung, das besonders leicht und sicher zu verarbeiten ist.

Geprüfte Sicherheit:
Das „Teclit“-System wurde beim Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. – FIW in München einem Langzeittest mit Medientemperaturen bis zu +1 °C unterzogen. Dabei wurden Musterinstallationen in einer Klimakammer unter Extrembedingungen geprüft. Die Untersuchungsergebnisse belegen: Es ist aufgrund seiner speziellen Ummantelungstechnik für die Dämmung von Kälteleitungen in betriebstechnischen Anlagen der Haustechnik gemäß DIN 4140 geeignet. Das System kann aber auch für Rohrleitungen mit warmen Medien bis 250 °C eingesetzt werden.

Brandschutz inklusive:
Der nichtbrennbare Dämmstoff Steinwolle – A2L-s1, d0 nach DIN EN 13501 – gewährleistet darüber hinaus einen optimalen Brandschutz. Damit ist eine offene Verlegung wie in notwendigen Fluren ohne zusätzliche Maßnahmen wie z. B. Unterdecken oder I-Kanäle möglich.
Darüber hinaus können mit diesem Dämmsystem brennbare Rohrleitungen in Rettungswegen gekapselt werden. Alle Hinweise zur brandschutztechnischen Ummantelung sind in der gutachterlichen Stellungnahme Nr. 3335/1111-Mer oder im entsprechenden Planungs- und Montagehelfer für Rohrleitungsanlagen enthalten.

Geprüft mit „Conlit“:
Werden mit dem „Teclit“-System gedämmte Rohrleitungen durch feuerwiderstandsfähige Bauteile wie Wände oder Decken geführt, so kann ihre Abschottung mit dem „Conlit“ Brandschutzsystem hergestellt werden. „Teclit PS Cold“ Rohrschalen in Verbindung mit „Conlit“ Rohrabschottungen können nach dem Conlit abP P-3725/4130-MPA als brandschutztechnisch notwendige weiterführende Dämmung eingesetzt werden. Prüfzeugnisse, umfassende Informationen und eine Montageanleitung stehen auf der Website des Unternehmens zum Download bereit.

Sicherer Tauwasserschutz und energetische Optimierung:
Mit nur zwei Dämmstärkenreihen erfüllt „Teclit“ die Anforderungen an einen Tauwasserschutz und eine energetische Optimierung von Rohrleitungen mit kalten Medien. Die Anforderungen der DIN 1988-200 zur Vorbeugung der Trinkwassererwärmung wie auch die Anforderungen der EnEV sind damit erfüllt, wenn z. B. Rohrleitungsanlagen im Sommer zum Kühlen und im Winter zum Heizen mit wechselnden Temperaturen betrieben werden.


Leitungsdämmung im Hochbau: Installation des Teclit-Systems

(Bild: ROCKWOOL)

Verarbeitung

Der Zeitaufwand für die Installation des  „Teclit“-Systems liegt deutlich unter dem für die Verarbeitung anderer, in der Kältedämmung üblicher Materialen. So entfallen z. B. Wartezeiten für das Ablüften eines Klebers. Insbesondere bei komplexen Leitungssystemen mit vielen Ventilen, Bögen und Flanschen beweist es mit seinen aufeinander abgestimmten Komponenten seine Stärken für eine ebenso schnelle wie sichere Dämmung. Die neu entwickelte Aluminiumkaschierung ist dank einer besonderen Glasfasernetzverstärkung extrem belastbar. Schon in der Bauphase sind Rohrschalen und Dämmmatten damit weniger anfällig für Beschädigungen von außen. Um eine diffusionsdichte Isolierung im Bereich der Befestigungen zu erreichen, wurde ein spezielles Halterungssystem zur Befestigung der Leitungen an Decken und Wänden entwickelt.
Die „Teclit-Hanger“ umschließen mit einem Dämmkern aus druckfester Steinwolle die Rohrleitung und minimieren so den Wärmeeintrag im Bereich der Rohrhalterungen und Kältebrücken.
Die Tragkonstruktion für die vom Kunden gewünschte Blechummantelung schuf das Team der Röckinghausen GmbH durch eine Aufdopplung dieser Dämmung mit einer Lage Dämmmatten auf.

Der Beitrag ist auch in Ausgabe 2.2019 der Fachzeitschrift TI – Technische Isolierung (August 2019) erschienen.

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