RM Rudolf Müller

Entwicklung des Materialmangels in der Baubranche (Quelle: ifo Institut)

Branche + Markt
30. August 2021 | Artikel teilen Artikel teilen

Materialengpass auf dem Bau geht leicht zurück

Der Materialengpass auf den deutschen Baustellen hat sich abgemildert. Das geht aus Umfragen des ifo Instituts hervor. Viele Vorprodukte, insbesondere Dämmstoffe und Stahl, sind jedoch weiterhin knapp und teuer.

Im August 2021 gaben 42,2 % der Unternehmen im Hochbau bei Umfragen des ifo Instituts an, unter Materialknappheit zu leiden. Im Juli waren es noch 48,8 %. Auch im Tiefbau entspannte sich die Lage etwas: 31,4 % der Betriebe litten unter Lieferengpässen, nach 33,9 % im Vormonat. „Die Flutkatastrophe im Juli hat aber örtlich neue Verwerfungen ausgelöst. Insbesondere aus Nordrhein-Westfalen gingen im August Meldungen ein, dass die Ereignisse den Materialmangel verschärft haben. Der Anteil der betroffenen Unternehmen dort liegt nun merklich über dem deutschen Durchschnitt“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss.

Trotz aller Verbesserungen bleibe die Versorgung insgesamt sehr angespannt. Viele Vorprodukte seien weiterhin knapp und teuer, insbesondere Dämmstoffe und Stahl. „Eine gewisse Entspannung sehen wir beim Schnittholz, dennoch sind viele Holzprodukte nur schwer zu bekommen“, sagt Leiss. „Der Engpass treibt die Baupreise, insbesondere im Hochbau. Viele Unternehmen berichten dort von Preissteigerungen. Beinahe jede zweite Firma im Hochbau plant zudem bald weitere Erhöhungen. Auch im Tiefbau sind Preissteigerungen geplant, dies jedoch deutlich seltener.“

Der Fachkräftemangel bereite dem Baugewerbe zusätzliche Sorgen. Aktuell klage jeder dritte Betrieb über Probleme, geeignetes Personal zu finden.

ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
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