RM Rudolf Müller

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05. Juli 2021 | Artikel teilen Artikel teilen

Strategiepapier zur industriellen Wärmewende: Dämmung als wichtige Maßnahme

Die Vermeidung bzw. Verminderung von Wärmeverlusten durch Wärmedämmung ist eine wichtige Maßnahme zur Effizienzsteigerung in der Industrie. (Quelle: GMH Gruppe)

Prozesswärme macht rund zwei Drittel des Energiebedarfs der deutschen Industrie aus. Wie die Umstellung auf eine klimaneutrale Versorgung zeitnah gelingen kann, zeigt ein von der Landesinitiative IN4climate.NRW veröffentlichtes Diskussionspapier. Dabei wird auch die Vermeidung bzw. Verminderung von Wärmeverlusten durch Wärmedämmung empfohlen.

Ob Schmelzen, Schmieden, Brennen oder Trocknen – die Herstellung wichtiger Grundstoffe wie Metall, Glas, Papier oder Zement erfordert hohe Temperaturen. Damit macht Prozesswärme rund zwei Drittel des Energiebedarfs der deutschen Industrie aus. Ein von der Landesinitiative IN4climate.NRW veröffentlichtes Diskussionspapier („Industriewärme klimaneutral: Strategien und Voraussetzungen für die Transformation“) zeigt Lösungsansätze auf, wie sich die Umstellung auf eine klimaneutrale Versorgung mit Blick auf die Klimaziele in den energieintensiven Branchen möglichst zeitnah umsetzen lässt.

Wärmedämmung als wichtiges Vehikel
Ein in dem Papier abgebildetes Vier-Stufen-Modell sortiert die wichtigsten Handlungsoptionen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung entsprechend ihres Wirkungsgrades:

Das Vier-Stufen-Modell einer klimaneutralen Prozesswärmeversorgung (Quelle: IN4climate.NRW)

  • Stufe 1: Steigerung der Effizienz z.B. über interne und externe Nutzung von Abwärme. Als Beispiel für industrielle Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wird die Vermeidung bzw. Verminderung von Wärmeverlusten durch z.B. Wärmedämmung aufgeführt.
  • Stufe 2: Erschließung rege­nerativer Wärmequellen wie Solar- oder Geothermie, wo es Standort und Temperaturniveau ermöglichen
  • Stufe 3: Nutzung erneuerbaren Stroms für die Wärmeerzeugung, z.B. mit Elektrodenkesseln zur Prozessdampferzeugung
  • Stufe 4: Einsatz alternativer Energieträger wie grüner Wasserstoff oder Biomethan für Prozesse, die z.B. besonders hohe Temperaturen oder spezielle Prozessbedingungen erfordern und daher keine Alternativen zulassen

 

Hürden bei der Umsetzung
Als größte Herausforderungen für die bislang stagnierende Wärmewende im Industriesektor sehen die AutorInnen die wechselseitigen Abhängigkeiten von Unternehmen, übergeordneten Netzplanungen und politischen Leitplanken im Zusammenspiel mit der Entwicklung passender Technologien im Industriemaßstab. Sie definieren Lösungsvorschläge mit entsprechenden Schritten und Strategien für die beteiligten Stakeholder in der Politik, bei Übertragungsnetzbetreibern, Unternehmen und in der Forschung.

Erarbeitet wurde das Papier innerhalb der Arbeitsgruppe Wärme bei IN4climate.NRW. Inhaltlich unterstützt wird es von 17 Unternehmen und Verbänden der energieintensiven Branchen sowie renommierten Forschungspartnern des Think Tanks aus NRW. Dazu zählen Covestro, Currenta, GMH Gruppe, Kabel Premium Pulp & Paper, Lanxess, RHM, Saint-Gobain, Speira, Spenner und Trimet Aluminium sowie den Forschungseinrichtungen Fraunhofer UMSICHT, Institut der deutschen Wirtschaft, Wuppertal Institut, RWTH Aachen (Lehrstuhl für Technische Thermodynamik), VDEh-Betriebsforschungsinstitut (BFI), dem Bundesverband der Glasindustrie sowie der Wirtschaftsvereinigung Metalle.

Das Diskussionspapier kann auf der Webseite von IN4climate.NRW heruntergeladen werden.

IN4climate.NRW
www.in4climate.nrw

 

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