Das Handwerk hat seit langem mit zunehmendem Fachkräftemangel zu kämpfen. (Quelle: annawaldl auf Pixabay)
Das Handwerk hat seit langem mit zunehmendem Fachkräftemangel zu kämpfen. (Quelle: annawaldl auf Pixabay)

Betrieb + Ausbildung

03. May 2021 | Teilen auf:

Studie verdeutlicht Fachkräftemangel im Handwerk

Für Handwerksbetriebe wird es seit Jahren schwieriger, Nachwuchs und ausgebildete Fachkräfte zu finden. Auch die Isolierbranche ist stark von dem Problem betroffen. Wie erheblich der Fachkräftemangel mittlerweile ist, macht eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) deutlich.

Im Handwerk fehlen hierzulande derzeit rund 65.000 Fachkräfte, davon allein 54.000 Gesellinnen und Gesellen. Das belegt eine repräsentative Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Weiter zeigen die Ergebnisse, dass sich diese Engpasssituation seit Beginn der Corona-Pandemie kaum verbessert hat, im Gegenteil. Im Bauhandwerk stieg die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften weiter an. Neben der Tatsache, dass die Branche händeringend um Nachwuchs kämpfe, seien auch 5.500 Meisterstellen nicht zu besetzen. Zwar würden Meisterinnen und Meister seltener gesucht, seien dann aber besonders schwer zu finden. So gab es im Jahr 2020, trotz Corona-Krise, für jede zweite vakante Meisterstelle bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen, mit denen man diese Stellen hätte besetzen können.

„Jugend liche wissen viel zu wenig über die vielfältigen und zukunftssicheren Möglichkeiten im Handwerk. Dort warten zahlreiche Berufe in allen Zukunftsbereichen und mit Karriereoptionen auf sie, die denen eines Studiums in Nichts nachstehen“, kommentierte Hans-Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH), die Studienergebnisse. Ein Meistertitel sei die denkbar beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Sowohl als Unternehmensnachfolger wie auch als Angestellte würden Meisterinnen und Meister im Handwerk händeringend gesucht. Der Fachkräftebedarf sei riesig.

Laut Wirtschaftsminister Peter Altmaier sei durch die Pandemie deutlicher denn je geworden, wie attraktiv und verlässlich Handwerksberufe sind. „Sie bieten auch in Krisenzeiten eine sichere Perspektive. Die duale Ausbildung leistet hier einen wichtigen Beitrag und bleibt der zentrale Weg der Fachkräftesicherung.“ So stünden insbesondere allgemeinbildende Schulen in der Pflicht, noch breiter über die Karriere- und Fortbildungschancen im Handwerk zu informieren.

Hintergrund
Das Projekt KOFA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) startete im Mai 2011 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des Projektes liegt in der Unterstützung von KMU bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Die KOFA-Studie 1/2021 analysiert den Fachkräftemangel und die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften im Handwerk über die letzten zehn Jahre und während der Corona-Pandemie. Die gesamte Studie kann online eingesehen werden .

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA)
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
www.kofa.de

zuletzt editiert am 15.09.2021