RM Rudolf Müller

Die jährliche BIM-Umfrage wurde im Jahr 2020 anlässlich des BIM-TAG Deutschland erhoben. (Quelle: Gerd Altmann auf Pixabay)

Planung
29. März 2021 | Artikel teilen Artikel teilen

Um BIM kommt niemand herum

Dieser Meinung sind mehr als die Hälfte der 314 Teilnehmer der BIM-Umfrage 2020, die anlässlich des BIM-TAG Deutschland im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen: Vor allem die Fehlervermeidung, die Reduktion von Mängeln und die bessere integrale Planung werden in Zusammenhang mit Building Information Modeling positiv bewertet. Die 5. Auflage der BIM-Umfrage nahm zudem erstmals das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus – mit interessanten Resultaten.

 

Erwartete Veränderungen durch BIM; (9 Vorgaben / N = 984 / Skipped = 1) (Quelle: BIM-Umfrage 2020)

Kollaboration, Effizienzsteigerung und höhere Datenverfügbarkeit: Das waren die drei meist genannten Veränderungen, welche die Teilnehmer durch die Digitalisierung in der Bau- und Immobilienwirtschaft erwarten. Den größten Nutzen von BIM sehen 83 % in der Vermeidung von Fehlern und der Reduktion von Mängeln, sowie 76 % in einer besseren integralen Planung – doppelt so viele, wie noch ein Jahr zuvor. Auf die Frage, was sich durch BIM vor allem verändern werde, antworteten 39 %, dass eine Planung real sei, die dem Facility Management gerecht wird. Ein Jahr zuvor sahen das erst 13,5 % so. Zu den größten Herausforderungen bei bereits realisierten BIM-Projekten zählen nach Einschätzung der Teilnehmer wiederum die Überzeugung der Auftraggeber bzw. Bauherren sowie die Auswahl passender IT.

Erwartete Veränderungen durch BIM; (9 Vorgaben / N = 984 / Skipped = 1) (Quelle: BIM-Umfrage 2020)

Nachhaltigkeit erstmals im Fokus
Die erste BIM-Umfrage wurde im Herbst 2016 durchgeführt. Die Befragung aus dem Jahr 2020 ist somit bereits die fünfte „Mir war bedeutend, grundlegende Entwicklungen zu BIM und zur Digitalisierung auch langfristig vergleichbar sichtbar zu machen“, so Ralf Golinski, Initiator und Herausgeber der BIM-Umfrage. „Jedes Jahr kamen dann neue Schwerpunkt hinzu, dieses Mal etwa im Zusammenhang von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.“ Ein Drittel der Befragten antworteten auf die Frage, ob sie digitale Methoden schon im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit angewendet hätten, mit „Ja“ – und über 50 % damit, dass Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle in ihren Überlegungen zur Digitalisierung bzw. zum Einsatz von BIM spiele. Dabei dürften die Ergebnisse zwar nicht als repräsentativ für die beteiligten Branchen in strengerem Sinne gewertet werden, würden aber doch aufschlussreiche Einsichten, Tendenzen und vorherrschende Meinungen über die aktuellen Entwicklungen zu BIM & Digitalisierung wiedergeben.

 

Über die BIM-Umfrage
Die jährliche BIM-Umfrage wurde in 2020 anlässlich des BIM-TAG Deutschland erhoben. Zu den Befragten zählen u.a. Architekten und Planer, Ingenieure und Softwareanbieter. Die Durchführung wurde von der planen-bauen 4.0, dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Planen und Bauen, der TÜV-SÜD Advimo und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen unterstützt. Die vollständigen Ergebnisse stehen unter www.bimtagdeutschland.de/5-bim-umfrage zur Verfügung.  

 

Einsatz von BIM-Methoden und -Modellen; (6 Vorgaben / N = 578 / Skipped = 31) (Quelle: BIM-Umfrage 2020)

Bundesweite Netzabdeckung notwendig
Ein weiteres Ergebnis aus der BIM-Umfrage 2020 betrifft die Bedeutung, die nach Meinung der Teilnehmer von Bundes- und Landesregierungen in der Digitalisierung und bei BIM eingenommen werden sollte. Die meisten sehen eine flächendeckende, bundesweite Netzabdeckung an vorderster Stelle. Erst danach sprechen viele davon, dass sie vor allem selber Vorreiter beim Einsatz von BIM in der Digitalisierung sein müssten – in ihren öffentlichen Projekten, und auch im Facility-Management des eigenen Bestandes.

 

Der Beitrag ist auch in Ausgabe 1.2021 der Fachzeitschrift TI – Technische Isolierung (Februar) erschienen.

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