RM Rudolf Müller

Erasmus+ soll die internationale Lernmobilität in der beruflichen Bildung fördern. (Quelle: Free-Photos auf Pixabay)

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12. Juli 2021 | Artikel teilen Artikel teilen

ZDH informiert zu Erasmus+

Über das EU-Programm Erasmus+ können Azubis aus dem Handwerk Kompetenzen im Ausland erwerben. In der aktuellen Förderperiode wurden die Finanzmittel um 90 % aufgestockt. In einem „Kompakt“ informiert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) über den Sachstand und bewertet die Förderrichtlinie aus Verbandssicht.

Das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ (2021-2027) hat zum Ziel, internationale Lernmobilität in der beruflichen Bildung zu fördern. Nach den Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie soll es die grenzüberschreitende Mobilität zu Lernzwecken ab sofort wieder deutlich stärken. Während der Programmlaufzeit von sieben Jahren steht ein Budget von über 26 Mrd. Euro zur Verfügung.

Wie aus dem ZDH-Kompakt „EU-Bildungsprogramm Erasmus+ (2021-2027)“ vom 5. Juli 2021 hervorgeht, begrüßt das Handwerk ausdrücklich die deutliche Aufstockung der Finanzmittel. Damit sei sichergestellt, dass künftig mehr Auszubildende sowie Ausbilderinnen und Ausbilder aus dem Handwerk internationale Kompetenzen erwerben können. Positiv bewertet wird außerdem die Ausweitung der neuen Programmgeneration auf Drittstaaten außerhalb Europas.

Der ZDH übt jedoch auch Kritik. So sei es enttäuschend, „dass das Programm neben Auszubildenden sowie Ausbildungs- und Lehrpersonal weiterhin nur Gesellinnen und Gesellen fördert, die ihre Ausbildung vor weniger als einem Jahr abgeschlossen haben.“ Bei dieser Zielgruppe hatte der ZDH eine weitreichendere Berücksichtigung gefordert. Der Verband empfiehlt daher, auf nationaler Ebene Fördermöglichkeiten für die transnationale Lernmobilität von Gesellinnen und Gesellen zu schaffen, um diese Lücke zu schließen.

Beratungen vor Ort ausweiten
Nach Einschätzung des ZDH reicht eine Aufstockung der Mittel nicht aus, um die Zahl der Azubis zu steigern, die das Programm in Anspruch nehmen. Ebenso wichtig seien regional verankerte, betriebsnahe Beratungsstrukturen, über die Azubis und Betriebe zur Durchführung von Auslandspraktika motiviert und dabei unterstützt werden. Für Handwerksbetriebe sei erfahrungsgemäß eine direkte Ansprache vor Ort wichtig. Eine Empfehlung des ZDH ist, zu diesem Zweck das bereits bestehende Netzwerk Berufsbildung ohne Grenzen bundesweit auszubauen.

Das ZDH-Kompakt „EU-Bildungsprogramm Erasmus+ (2021-2027) Internationale Lernmobilität in der beruflichen Bildung fördern“ kann auf der Webseite des ZDH heruntergeladen werden.

Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH)
www.zdh.de

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