Eine Person schreibt. (Quelle: Ben Mullins/unsplash.com)
Studien zeigen: Die Rechtschreibung wird immer schlechter. (Quelle: Ben Mullins/unsplash.com)

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13. January 2022 | Teilen auf:

„Es ist wichtiger, ob jemand ins Team passt“

Bei WDR 5 berichtet Mike Westermann, Geschäftsführer bei Schwartmanns Maschinenbau, warum es bei Bewerbungen nicht immer auf Rechtschreibung ankommt.

Studien zeigen, dass die Rechtschreibung der Deutschen im Durchschnitt schlechter wird. Woran das liegt und was das für das Zusammenleben bedeutet, wird in dem WDR 5 Feature „Neugier genügt“ vom 10.01.2022 diskutiert. Beim Thema, welchen Wert Rechtschreibung im Arbeitsalltag hat, stand Mike Westermann, Geschäftsführer bei Schwartmanns Maschinenbau, dem Sender Rede und Antwort.

Hier gab er zu: Die Qualität der Bewerbungen ist bei Schwartmanns je nach Arbeitsbereich durchwachsen. Doch selbst, wenn eine Bewerbung fehlerhaft ist, wird nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. „Ich gucke mir immer den Background der Bewerber an. Wir bekommen viele Bewerbungen von Flüchtlingen und Einwanderern.“ Für ihn ist es selbstverständlich, dass das Sprachvermögen in dem Fall nicht vergleichbar ist. Es gehe um den Gesamteindruck, sagt Westermann. Wie sehr die Rechtschreibung bei Bewerbungen ins Gewicht fällt, hängt außerdem mit der zu vergebenden Position zusammen. „Im Bereich Elektronik gucke ich vermehrt drauf, denn hier suchen wir eigentlich Realschüler. Aber im Bereich Metall ist es relativ egal, welchen Schulabschluss jemand hat – oder wir nehmen auch Leute ohne Schulabschluss.“ Es sei wichtiger, ob jemand in Team passe.

Auch wenn es in einigen Bereichen wie der Metallverarbeitung bei Schwartmanns viel mehr darauf ankommt, technische Zeichnungen richtig zu lesen und verbal zu kommunizieren, anstatt perfekt zu schreiben, ist Mike Westermann grundsätzlich ein Verfechter von guter Rechtschreibung – nicht zuletzt in der Kommunikation nach außen. „Es geht immer noch um Ordnung und darum, einander zu verstehen – und zwar richtig. Manchmal steht man sich nicht gegenüber, sondern man muss verstehen, was der andere geschrieben hat.“ Bei Bewerbern, denen die richtige Rechtschreibung schwerfällt, freut sich Westermann über Videobewerbungen. „Man erfährt und sieht viel mehr von dem Menschen. Natürlich kommen auch ein, zwei Sätze zu der Bewerbung hinzu und mit denen kann man sich auch Mühe geben. Aber ich finde, es ist ein tolles Medium. Ich habe zuletzt zwei Videobewerbungen bekommen und war begeistert.“

Der vollständige Beitrag „Rechtschreibung, wozu?“ steht auf der Webseite von WDR 5 zur Verfügung (Sendung vom 10.01.2022).

WDR 5 „Neugier genügt - Das Feature“
www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5

zuletzt editiert am 13.01.2022