Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat ein neues Leitprojekt namens "Integrative ressourceneffiziente Kreislaufsysteme" (REKS) gestartet, das systemübergreifende Lösungen für nachhaltigere Produktionsprozesse entwickeln soll. Angesichts des weltweiten Bevölkerungswachstums und veränderter Konsum- und Produktionsmuster steigt der Ressourcenbedarf kontinuierlich. Das Projekt zielt darauf ab, die Umweltwirkungen von Produkten und Materialien bereits in der Entwicklungsphase zu minimieren.
"Nachhaltiges Wirtschaften wird durch die Entwicklung von Kreislaufsystemen möglich", erklärt Professor Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten des KIT. "Entscheidend ist, Klima- und Umweltwirkungen von Anfang an mitzudenken. Mit seiner natur-, ingenieur- und gesellschaftswissenschaftlichen Breite bietet das KIT einzigartige Voraussetzungen, die Grundlage hierfür dauerhaft in Forschung, Lehre und Transfer zu verankern."
Das Projekt konzentriert sich besonders auf die Bereiche Maschinen- und Anlagenbau, Bauwesen sowie Bioökonomie und bringt Experten aus diesen Feldern zusammen. Im Kern steht die Systemanalyse, bei der Material- und Produktkreisläufe hinsichtlich ihrer Stoff- und Energieströme untersucht werden. Auch der Zustand von Produkten, die aus dem Markt zurückkehren, wird analysiert.
Professor Christoph Hilgers vom Institut für Angewandte Geowissenschaften des KIT, der das Leitprojekt mitentwickelte, betont: "Durch eine Analyse interagierender Kreisläufe verschiedener Disziplinen lassen sich neue Produkte und Materialien entwickeln, ihre Wechselwirkungen mit der Geosphäre reduzieren und die Kreislaufführung verbessern."
Professor Volker Schulze vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT ergänzt: "Wir wollen eine zirkulär geprägte Produktion, in der die Wertschöpfung, die in das Produkt geflossen ist, möglichst vollständig und langfristig erhalten bleibt."
Die Forscher berücksichtigen in ihren Analysen auch Umweltinteraktionen wie anthropogene Einträge in Boden, Wasser und Atmosphäre sowie Aspekte der verantwortungsvollen Rohstoffgewinnung und Ressourcenschonung. Durch die zahlreichen Industriekooperationen des KIT ist sowohl die technische Relevanz als auch ein zukünftiger Transfer der Ergebnisse in die Praxis gewährleistet.
Ein Whitepaper des KIT-Zentrums Klima, Umwelt und Ressourcen (CLEAR) skizziert die inhaltliche Ausrichtung des Leitprojekts und empfiehlt, die Arbeit an integrativen ressourceneffizienten Kreislaufsystemen langfristig am KIT zu verankern. Zudem sollen die Erkenntnisse in die Lehre einfließen: Ressourceneffiziente Kreislaufsysteme werden künftig ein fester Bestandteil des Studiums am KIT sein. Für Berufstätige sind berufsbegleitende Weiterbildungsangebote an der HECTOR-School, der institutseigenen Business School, geplant. Eine Graduiertenschule soll zudem weiterführende Qualifikationen ermöglichen.