Der gemeine Bauschaden

07. October 2022 | Teilen auf:

Fehlende bzw. mangelhafte Vorleistungen: Planungs- und Ausführungsmängel

Dieser Beitrag aus der Reihe "Der gemeine Bauschaden" zeigt einen Ausführungsmangel in Form einer Rohrhalterung ohne thermische Trennung zwischen Rohrleitung und Abhängekonstruktion sowie einen Planungsmangel mit vier vorgelagerten Brandschutzklappen, die in der Wand hätten eingebaut werden können.

Der gemeine Bauschaden

In der Reihe "Der gemeine Bauschaden" geht es um typische Schäden, die in der technischen Isolierung bei der Planung oder Ausführung auftreten. Die Beiträge zeigen die Gründe auf und geben Tipps, wie man die entsprechenden Bauschäden vermeiden kann.

1. Typischer Ausführungsmangel

Rohrhalterung ohne thermische Trennung zwischen Rohrleitung und Abhängekonstruktion
Typischer Ausführungsmangel: Rohrhalterung ohne thermische Trennung zwischen Rohrleitung und Abhängekonstruktion (Quelle: Karlheinz Kermann)

Als erstes Beispiel (siehe Abb. 1) zeigt der Autor eine Rohrhalterung ohne thermische Trennung zwischen Rohrleitung und Abhängekonstruktion unter dem Stichwort Ausführungsmängel auf.

Die Rohrleitung wird mit ca. 350 °C Mediumtemperatur betrieben. Durch den direkten Kontakt der Rohrhalterung zum Rohr erwärmt sich die Rohrhalterung über die Rohrdämmung hinaus so stark, dass bei Berührungen mit Verbrennungen zu rechnen ist. Dies ist schon aus Arbeitsschutzgründen nicht zulässig. Natürlich ist auch der unnötige Energieverlust über die Rohrhalterung zu vermeiden und im Sommerbetrieb die einhergehende Erwärmung des Raumes.

2. Typischer Planungsmangel

Abb. 2 zeigt einen typischen Planungsmangel der technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Auf dem Bild sind vier vorgelagerte Brandschutzklappen sichtbar.

vier vorgelagerte Brandschutzklappen
Typischer Planungsmangel: vier vorgelagerte Brandschutzklappen, die in der Wand hätten eingebaut werden können (Quelle: Karlheinz Kermann)

Warum die Brandschutzklappen nicht in der sich dahinter befindlichen Betonwand direkt eingebaut wurden, ist aus fachlicher Perspektive völlig unklar. Die Zugänglichkeit der Bedienelemente der Brandschutzklappen wäre im Wandeinbau identisch, allerdings bei fachgerechter Vermörtelung entsprechend ihrem Verwendbarkeitsnachweis fehlerfrei eingebaut.

In der jetzigen vorgelagerten Position mit der L90 Plattenverkleidung sind wesentliche Mängel entstanden. Hier hätte jede Brandschutzklappe mit einem eigenen Stahlprofil 50/38/5 als Abhängetraverse, beidseitig der Brandschutzklappe mit Gewindestäben nach statischer Bemessung abgehängt werden müssen. Die Abhängetraverse muss exakt unterhalb des Kappenblattes der Brandschutzklappe montiert werden. Des Weiteren ist die L90 Plattenverkleidung für die Abmessung nicht möglich.

Die Herstellung des mangelfreien Zustandes dieser vorgelagerten Brandschutzklappen erfordert einen Umbau der Luftleitungen um die seitlichen Abstände zu vergrößern.

Der Beitrag ist in Ausgabe 3.2022 der Fachzeitschrift TI – Technische Isolierung (August 2022) erschienen.

zuletzt editiert am 10.10.2022