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Ingenieurarbeitsmarkt: Rekordwerte bei offenen Stellen

Seit dem Tiefpunkt der Corona-Krise ist die Zahl der offenen Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland in den letzten Quartalen stetig gestiegen. Das zeigt der VDI/IW-Ingenieurmonitor, den das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) erstellt. 140.000 offene Stellen waren im 4. Quartal 2021 monatsdurchschnittlich zu besetzen – der höchste Quartalswert seit Beginn der Aufzeichnungen des Ingenieurmonitors im Jahr 2011. Mehr als 91.000 Jobs verteilen sich auf die klassischen Ingenieurberufskategorien. Knapp 49.000 offene Stellen auf Informatikerberufe. Im Vergleich zum Vorjahresquartal zeigte die Arbeitskräftenachfrage mit einem Plus von 51,4 % einen deutlichen Zuwachs. Der Quartalswert vor der Corona-Krise lag bei 117.400 zu besetzenden Positionen.

Für das 1. Quartal 2022 ist mit einer weiteren Zunahme der zu offenen Jobs zu rechnen, auch wenn im Laufe des Jahres durch den Krieg in der Ukraine von einer konjunkturellen Abkühlung auzugehen ist. Die Auswirkung auf den Ingenieurarbeitsmarkt bleibt abzuwarten.

Engpässe bei Arbeitskräften

Die größten Engpässe bestehen laut der Erhebung bei den Ingenieurberufen im Bereich Bau und Vermessung, Informatik sowie Energie- und Elektrotechnik. Knappheit bestehe jedoch auch in allen anderen Ingenieurberufen. In den kommenden Jahren wird durch Digitalisierung und Klimaschutz der Bedarf an Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikerberufen deutlich zunehmen. Dazu nimmt der jährliche demografische Ersatzbedarf an MINT-Akademiker*innen um 7.400 zu. Die Erschließung von inländischen Fachkräftepotenzialen von Älteren, Frauen, weiteren Studieninteressierten und jüngeren Bevölkerungsgruppen gewinnt damit an Bedeutung.

Regionale Unterschiede

Regional gibt es deutliche Unterschiede bei den Engpässen an Ingenieur*innen. Am stärksten betroffen ist Sachsen-Anhalt/Thüringen mit 547 gesamtwirtschaftlichen Stellen je 100 Arbeitslosen (gemessen an der Engpassrelation). Darauf folgen Sachsen (523 zu 100) sowie an dritter Stelle Bayern mit einer Relation von 520 zu 100.

Hintergrund

Der Ingenieurmonitor wird einmal pro Quartal gemeinsam vom VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. und dem Institut der deutschen Wirtschaft e.V. herausgegeben und präsentiert einen Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung relevanter Indikatoren des Arbeitsmarktes in den Ingenieur- und Informatikerberufen.

Der vollständige VDI-/IW-Ingenieurmonitor ist auf der VDI-Webseite kostenfrei downloadbar.

Verein Deutscher Ingenieure (VDI)
www.vdi.de

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